Kanton Freiburg Sek I

Allgemeines Qualitätskonzept
Lange Zeit verstand man unter Qualität in der Schule fast ausschliesslich die einzelne Lehrperson und ihren Unterricht. Dies hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der Qualitätsbegriff hat sich ausgedehnt und umfasst verschiedene Bereiche, Ebenen, Aspekte, Akteurinnen und Akteure. Aufgrund dieser Öffnung besteht die Gefahr, dass Qualität zu einem weitläufigen Allgemeinplatz wird, wo die Orientierung verloren geht. Um dies zu vermeiden, wurde ein allgemeines Qualitätskonzept für die deutschfreiburger Schulen entwickelt. Entstanden ist ein Qualitätsrahmen, zusammengesetzt aus 14 verschiedenen Elementen, welche die einzelne Lehrperson, die Schulleitung und die Schule als ganze Institution in unterschiedlichem Masse betreffen.
Das Qualitätskonzept wird Anfang 2010 in Form einer übersichtlichen Broschüre veröffentlicht.

Projekt Passepartout
Entlang der Sprachgrenze zwischen Basel und Wallis wird ein grosses Projekt, die Reform des Fremdsprachenunterrichts, gemeinsam angepackt. Die Schülerinnen und Schüler der Volksschule lernen in Zukunft früher und länger Französisch und Englisch mit dem Ziel, in mehreren Sprachen zu handeln und sich verständlich zu machen. Die Qualität des Fremdsprachenunterrichts soll verbessert werden.
Das bedeutet in Kürze: Französisch wird in allen sechs Kantonen ab dem 3. Schuljahr (in Deutschfreiburg schon Realität) und Englisch ab dem 5. Schuljahr unterrichtet. Stundentafel und Lehrpläne werden gemeinsam erarbeitet, und auch die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen soll in allen sechs Kantonen dieselbe sein.
Die Grenzkantone treten dafür ein, dass Französisch bei ihnen weiterhin als erste Fremdsprache unterrichtet wird, da diese Kantone auch in Zukunft eine Brücke zwischen den Sprachkulturen bilden wollen. Sie stehen vollumfänglich hinter der Sprachen-Strategie der EDK.

Die externe Evaluation einer Schule ist ein wichtiges Element des allgemeinen Qualitätskonzeptes des DOA. Die vorrangige Zielsetzung besteht darin, der evaluierten Schule detaillierte Erkenntnisse über ihre wichtigsten Qualitätsbereiche zu liefern. Zum Beispiel die Bereiche der Fördermassnahmen für die Schüler/innen, der Klassenführung oder der Leistungsbeurteilung. Die Schule kann sich dann aufgrund dieser Evaluationsergebnisse qualitativ weiter entwickeln. Zudem zeigen externe Evaluationen dem DOA, wo Steuerungsbedarf vorliegt. Eine weitere Funktion externer Evaluationen besteht darin, die Rechenschaftsverpflichtung einer Schule in erster Linie gegenüber dem DOA und in zweiter Linie gegenüber der Öffentlichkeit zu erhöhen.
Die Orientierungsschulen Deutschfreiburgs werden alle fünf Jahre extern evaluiert. Vorgesehen ist, pro Jahr jeweils zwei Orientierungsschulen zu evaluieren.
Erst in einer zweiten Phase, ab ca. 2012, werden auch Primarschulen miteinbezogen.
An Instrumenten werden Onlinebefragungen von Eltern, Lehrern und Schülern, Auswertung des Portfolios der Schule, Unterrichtsbeobachtungen sowie Interviews mit allen Mitgliedern der Schulfamilie eingesetzt. Die Schule und das Amt für Unterricht erhalten anschliessend an den Schulbesuch einen Bericht. Dieser zeigt die Stärken und Schwächen der Schule auf und enthält Entwicklungsvorschläge.
Die Schulleitung trifft darauf hin eine Entwicklungsvereinbarung mit dem Amt. Dieser umfasst die Ziele, die Massnahmen, einen Zeitplan, die benötigten Ressourcen sowie die vorgesehene Evaluation dieser Massnahmen.

Das Thema der Evaluation nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. So sammelt eine Schule Erfahrungen mit Stellwerk. Dieses Online-Evaluationsinstrument ermöglicht allen Schülerinnen und Schülern während des 8. und 9. Schuljahres eine individuelle Standortbestimmung des eigenen Leistungsstandes. Ab Schuljahr 2009/2010 können alle Orientierungsschulen Deutschfreiburg dieses Instrument in der zweiten und / oder dritten Stufe einsetzen.
Dieses Vergleichsinstrument ist Teil des Leitfadens Schülerbeurteilung, welcher sowohl für die individuelle Schülerbeurteilung wie auch für die Durchführung von Vergleichsarbeiten die nötigen Richtlinien liefert. Im Rahmen dieser Weisungen arbeitet jede Orientierungsschule bis zum Sommer 2009 ein örtliches Beurteilungskonzept aus. Im gleichen Zusammenhang werden ab Schuljahr 2010/11 Vergleichsarbeiten in jeweils zwei Fächern, in der Mitte der zweiten OS und am Ende der dritten OS, durchgeführt. Die Prüfungen basieren auf fertigen Instrumenten (Lingualevel und Stellwerk) und Eigenleistungen der Fachgruppen, auf der Grundlage von definierten Treffpunkten.

In der Pädagogischen Schriftenreihe veröffentlicht das DOA Publikationen zu relevanten schulischen Themen. Die Lehrpersonen erhalten praktische Hinweise, eingebettet in einen knappen und aktuellen theoretischen Rahmen. Vier Broschüren liegen bis jetzt vor: sprechlust, sprechlust+, klasseführen und Hausaufgaben.

sprechlust (erschienen 2005) und sprechlust+ (erschienen 2007)
Die Lehrpersonen erfahren, weshalb Hochdeutsch in jedem Fach und auf jeder Stufe als Unterrichtssprache gilt. Zudem erhalten sie konkrete Hinweise, wie der Umgang mit der hochdeutschen Sprache altersangepasst erfolgen kann. Schliesslich wird in den Broschüren der Stellenwert der Mundart im Unterricht aufgezeigt.

klasseführen (erschienen 2007)
Die Borschüre bietet eine umfangreiche Zusammenstellung von Massnahmen zu den drei Bereichen Prävention (grün), Deeskalation (orange) und Sanktion (rot). Diese "Massnahmen-Ampel" wird theoretisch eingerahmt, indem ein paar zentrale Begriffe rund um die Klassenführung geklärt werden.

Hausaufgaben (erschienen 2009)
Ein Thema, dass im Schulalltag zum täglichen Brot gehört, wird in dieser Broschüre von verschiedenen Seiten beleuchtet: Das Vergeben, Erledigen und Betreuen der Hausaufgaben. Es wird aufgezeigt, welche Rolle die Schüler/innen, die Lehrpersonen und die Eltern in den verschiedenen Phasen einnehmen. Die Lehrpersonen werden aufgefordert, ihre Hausaufgabenpraxis kritisch zu reflektieren und es werden ihnen Orientierungshilfen zum Umgang mit Hausaufgaben geboten.

(Stand: Dezember 2013)

 
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